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  • Elisabeth Buff

Besuch in Madagaskar

Im Juli hatten wir die Möglichkeit von Südafrika aus für fünf Tage nach Madagaskar zu reisen, um die École de Demain zu besuchen. Es war für uns sehr speziell, nach zweieinhalb Jahren - und diesmal mit unserer kleinen Tochter - wieder im Dorf Ambodivanjo zurück zu sein.





Wir wurden mit viel Freude empfangen und fast alles schien noch gleich zu sein wie bei unserer Abreise. Wir schliefen wieder im selben Zimmer, hatten wieder Rückenweh von denHolzbrettern, duschten wieder mit einem Eimer, assen viiiiel Reis, … wenigstens blieb uns bei diesem kurzen Aufenthalt das Handwaschen der Kleider erspart! ;-)

Wir genossen es sehr, in diesen Tagen viel Zeit mit den Kindern zu verbringen. Dies taten wir vor allem spielend; das mitgebrachte Memory und das Uno waren der Renner. Dabei spielt auch die Kommunikationsbarriere keine Rolle. Die Kinder sprechen nämlich leider nur schlecht Französisch und wir noch schlechter Malagasy. Trotzdem hatten wir viel Spass und das Wichtigste war, dass die Kinder durch unseren Besuch merkten, dass sie so wertvoll sind, dass wir extra für sie von weit hergereist sind. Und natürlich freuten sie sich auch über die mitgebrachten Geschenke (vor allem Kleider, Decken, Hygieneartikel, französische Kinderbücher, Schulutensilien und natürlich Schoggi ;-)). Die meisten Waisenkinder kannten wir noch, doch es sind auch neue dazu gekommen und zwei (einer aufgrund seines Alters, eine andere auf Wunsch der Verwandten) ausgetreten. Das jüngste Waisenkind ist nun erst vier Jahre alt. Seine zwei älteren Geschwister sind aber ebenfalls dort. In der Bildergalerie in der Rubrik "Waisenheim" stellen wir euch alle Kinder mit Namen vor.

Wir nutzten den Aufenthalt auch dazu, um uns ein aktuelles Bild von der Schule und dem Waisenheim zu machen und mit der Direktorin das weitere Vorgehen zu besprechen. Die Gebäude sind noch im gleichen Zustand bzw. es wurden in der Zwischenzeit nur kleine Reparaturen vorgenommen (v.a. bedingt durch die starken Regenfälle, bei denen jeweils das Wasser in die Schulzimmer strömt). Durch starke Unwetter wurden ausserdem kürzlich in einem der Schulgebäude die Fenster stark beschädigt. Für die dringend notwendige Reparatur haben wir eine zusätzliche Spende überlassen. Die Schule und das Waisenheim werden finanziell unabhängig geführt, trotzdem kam es bereits vor, dass Finanzen der Schule für das Waisenheim genutzt werden mussten. Wenn es nicht mal mehr für die Grundnahrungsmittel reicht, bleibt keine andere Möglichkeit… Durch diese "Notfälle" war die Schule wiederum finanziell sehr instabil und es musste besonders beim Unterrichtsmaterial und auch bei den Lehrerlöhnen (die sehr tief sind) zusätzlich gespart werden. Momentan unterstützen wir das Waisenheim mit einem festen Betrag von Fr. 200.- pro Monat, was für die Nahrungsmittel für ca. 15 Kinder und Betreuerinnen ausreicht. Dadurch gewann das Waisenheim sowie auch die Schule mehr finanzielle Stabilität. Nach den Besprechungen mit der Schuldirektorin haben wir beschlossen, den monatlichen Betrag vorläufig nicht zu erhöhen, jedoch - wie bereits in der Vergangenheit - in Notsituationen unter die Arme zu greifen. Finanzielle Not entsteht z.B. durch die Krankheit eines Kindes, Schäden an den Gebäuden durch Unwetter, Verteuerung der Nahrungsmittel durch die instabile politische Situation etc. Ausserdem haben wir der Schuldirektorin vorgeschlagen, für einen Gasherd aufzukommen. Gekocht wird immer noch mit Holzkohle, was dazu führt, dass die gesamte kleine Küche schwarz vor Russ ist und die Kinder beim Kochen in einer Rauchwolke stehen und die verschmutzte Luft einatmen, da diese nirgends richtig entweichen kann. Vor Gas haben sie jedoch grossen Respekt, obwohl es Vieles vereinfachen würde und insgesamt wahrscheinlich auch nicht teurer wäre. Insgesamt war es ein sehr gelungener Besuch mit viel Freude und lustigem Zusammensein. In der Galerie links findet ihr einige Impressionen.

Zum Schluss möchten wir aus Gründen der Transparenz noch anmerken, aus welchen Quellen der monatliche Unterstützungsbeitrag von Fr. 200.- stammt. Einerseits erhalten wir vom Kiwanis-Club Wil pro Monat 100.- für die Ecole de Demain, womit die Hälfte des Betrags bereits gedeckt ist. Dafür sind wir sehr dankbar, da es uns wichtig ist, die Hilfe längerfristig gewährleisten zu können. Dieser Betrag nimmt uns einen grossen Teil des Drucks für die Beschaffung finanzieller Mittel. An dieser Stelle möchten wir uns deshalb ganz herzlich beim Kiwanis-Club Wil für die langfristige Unterstützung bedanken! Die andere Hälfte des Betrags können wir momentan durch eine einmalige grössere Spende sowie den Verkauf madagassischer Fair-Trade-Produkte decken. Die einmaligen Spenden waren bisher (mit Ausnahme der letzten) unser privater Beitrag. Momentan ist der Erlös durch den Verkauf der Fair-Trade-Produkte leider noch sehr klein. Wir würden uns deshalb sehr über mehr Bestellungen im Webshop oder bei uns direkt freuen! Sehr zu empfehlen sind besonders die Gewürze, allen voran der wilde Pfeffer, der jedem Essen einen einzigartigen Geschmack verleiht!




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