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  • Elisabeth Buff

Besuch in Madagaskar

Nach unserem letzten Besuch im Waisenheim und der Schule École de Demain im Jahr 2015 war es an der Zeit, uns wieder mal einen Überblick vor Ort zu verschaffen. Obwohl wir mit der Direktorin regen Mailkontakt pflegen und so viele Informationen erhalten, ist es uns wichtig, dass wir auch den Kontakt zu den Kindern persönlich pflegen und wir uns vor Ort immer wieder ein eigenes Bild machen können.


Wir erlebten zwei intensive, aber sehr wertvolle Wochen vor Ort, in denen wir viele schöne Stunden mit den Kindern verbringen durften und auch praktisch etwas anpacken konnten. So fertigte Marco 4 Doppelstockbetten an und hatte dabei ein paar der Waisenheim-Jungs sowie den Sohn des Dorfschreiners als Lehrling bzw. Helfer dabei. Leider wurde das Holz nicht nach unseren Wünschen geliefert (wen wundert’s? 😉) und wir hatten in der kurzen Zeit unseres Aufenthaltes keine Zeit mehr, auf neues Holz zu warten. So machte Marco das Beste aus viel zu feuchten und krumm zugeschnittenen Brettern. So wurden die Betten grundsätzlich fertig und können von den Leuten vor Ort nach dem Fertigtrocknen noch weiter behandelt werden. Diese Betten werden möglichst bald eingesetzt werden, da neue Kinder ins Waisenheim aufgenommen werden und mehr Schlafplätze nötig sind.


Das Highlight unseres Aufenthaltes war der von uns organisierte 3-tägige Ausflug mit allen Waisenkindern (ausser den ganz jüngsten), dem Leiterehepaar und den Betreuerinnen (insgesamt 23 Personen). Wir fuhren in die ca. 150 km entfernte Stadt Antsirabe (ca. 5h Fahrzeit), was für die Kinder etwas völlig Neues war. Die Kinder waren noch nie «in den Ferien» und die meisten sind ausser zu Zwecken von Familienbesuchen etc. überhaupt nicht im Land herumgekommen. Wir hatten in Antsirabe eine tolle Unterkunft mit viel Platz zum Spielen draussen und konnten von dort aus die Stadt und die Umgebung erkunden. Wir sind besonders dankbar, dass alles gut gegangen ist und wir trotz langer Fahrtzeit im Bus ohne Gurten und gefährlichen anderen Verkehrsteilnehmern nichts passiert ist. Die besten Eindrücke erhaltet ihr durch die Fotos.



Natürlich nutzten wir die Zeit auch, um mit der Direktorin des Waisenheims und der Schule, Madame Sarah (wie sie überall genannt wird), weitere Schritte zu besprechen. Sicher ist, dass wir mit unserem Verein weiterhin für die Grundbedürfnisse des Waisenheims sorgen (in erster Linie Nahrungsmittel) sowie einen Beitrag zu persönlichen und auch unvorhersehbaren Bedürfnisse der Waisenkinder leisten werden (Arztbesuche, Brillen, Kleider, Schulmaterialien etc.) An den Gebäuden selber gibt es natürlich auch Verbesserungsbedarf. Diese Dinge würden wir aber bei einem nächsten Aufenthalt vor Ort in Angriff nehmen. Wir stellten fest, dass eine dringende grössere Investition vor allem in der Sicherheit nötig ist. An einigen Stellen des Grundstückes, auf welchem die Schule und das Waisenheim steht, besteht bereits eine Mauer, an anderen Stellen gar nichts. Der Holzzaun auf einer Seite des Waisenheims wurde bei den letzten starken Regenfällen unterspült und fiel um und muss in diesem Zustand ganz ersetzt werden. An einer anderen Stelle beim Gemüsegarten wird wegen fehlendem Zaun/Mauer vorzu das (fast) erntereife Gemüse geklaut, so dass die Lust an der Selbstversorgung geschwunden ist… Deshalb planen wir, einerseits beim Gemüsegarten eine Art Gitterzaun zu erstellen sowie das ganze Grundstück von der vorderen Seite mit einer Mauer zu versehen, so dass es schlussendlich rundherum Abgrenzungen gibt. Gerade auf der Seite des Waisenheims erscheint uns dies besonders wichtig, da es in der Umgebung auch immer wieder zu Vergewaltigungen kommt. Für diese grosse Investition sind wir dankbar um zusätzliche Spenden. Die Mauer wird insgesamt mehr als 60 Meter lang sein und wird insgesamt maximal 2000 CHF kosten.



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